Der Rundgang führt Sie durch die Ausstellung und zu den einzelnen künstlerischen Positionen.
Sie können dem vorgeschlagenen Rundgang folgen oder die Beiträge direkt über die QR-Codes an den jeweiligen Stationen aufrufen.
01
Text zum Nachlesen
Willkommen bei Fragile Utopien – Vom Menschsein.
Ich bin Janine Koppelmann, die Kuratorin der Ausstellung, und ich möchte Sie mit diesem Audioguide durch die einzelnen Positionen begleiten.
Der Rundgang folgt keiner starren Reihenfolge. Sie können die Beiträge direkt bei den jeweiligen Arbeiten über die QR-Codes aufrufen und selbst entscheiden, welche Stationen Sie hören möchten. Wenn Sie dem vorgeschlagenen Weg durch die Ausstellung folgen, entsteht nach und nach ein Zusammenhang zwischen den sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die einfach klingt und doch kaum eindeutig zu beantworten ist:
Was macht uns als Menschen aus?
Die Arbeiten in dieser Ausstellung beschäftigen sich mit Körper und Identität, mit Erinnerung und Verlust, mit Wahrnehmung, Technik, Natur, Nähe, Hoffnung und Zweifel.
Mich interessiert dabei keine Utopie, die behauptet, eine Lösung zu haben. Spannend wird es dort, wo Widersprüche bestehen bleiben und unterschiedliche Vorstellungen vom Menschsein nebeneinander treten können.
Deshalb verstehe ich Fragile Utopien weniger als eine Ausstellung, die Antworten geben will, sondern als einen offenen Denkraum.
Die einzelnen Beiträge stellen Ihnen die Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeiten vor und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Frage, was Menschsein heute bedeuten kann.
Ich lade Sie ein, sich Zeit zu nehmen, genauer hinzusehen und den Arbeiten mit der eigenen Erfahrung zu begegnen.
Beginnen können Sie direkt hier im Raum mit dem „Bildschnellseher“ von Björn Schülke.
02
Text zum Nachlesen
Björn SchülkeBildschnellheher.
Ich bin Janine Koppelmann, die Kuratorin der Ausstellung, und ich möchte Sie mit diesem Audioguide durch die einzelnen Positionen begleiten.
Der Rundgang folgt keiner starren Reihenfolge. Sie können die Beiträge direkt bei den jeweiligen Arbeiten über die QR-Codes aufrufen und selbst entscheiden, welche Stationen Sie hören möchten. Wenn Sie dem vorgeschlagenen Weg durch die Ausstellung folgen, entsteht nach und nach ein Zusammenhang zwischen den sehr unterschiedlichen künstlerischen Positionen.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die einfach klingt und doch kaum eindeutig zu beantworten ist:
Was macht uns als Menschen aus?
Die Arbeiten in dieser Ausstellung beschäftigen sich mit Körper und Identität, mit Erinnerung und Verlust, mit Wahrnehmung, Technik, Natur, Nähe, Hoffnung und Zweifel.
Mich interessiert dabei keine Utopie, die behauptet, eine Lösung zu haben. Spannend wird es dort, wo Widersprüche bestehen bleiben und unterschiedliche Vorstellungen vom Menschsein nebeneinander treten können.
Deshalb verstehe ich Fragile Utopien weniger als eine Ausstellung, die Antworten geben will, sondern als einen offenen Denkraum.
Die einzelnen Beiträge stellen Ihnen die Künstlerinnen und Künstler und ihre Arbeiten vor und eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Frage, was Menschsein heute bedeuten kann.
Ich lade Sie ein, sich Zeit zu nehmen, genauer hinzusehen und den Arbeiten mit der eigenen Erfahrung zu begegnen.
Beginnen können Sie direkt hier im Raum mit dem „Bildschnellseher“ von Björn Schülke.
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Text zum Nachlesen
Botond wurde 1949 im ungarischen Pécs geboren. Nach seinem Studium in Budapest zog er 1979 nach Deutschland und lebte und arbeitete vor allem in Nürnberg.
Als Bildhauer, Zeichner und Objektkünstler entwickelte er über viele Jahre umfangreiche Werkgruppen. Gesellschaftliche Fragen beschäftigten ihn ebenso wie Erinnerung, Psychologie, Identität und Spiritualität.
Besonders wichtig war für ihn das Zusammenspiel von Material, Objekt und Raum.
Die Figur vor Ihnen gehört zu seiner Werkgruppe „Hirn“.
Sie besteht aus transparenter Polyethylenfolie. Die Oberfläche ist genäht, verklebt und unter Hitze bearbeitet.
Der Körper wirkt vertraut und gleichzeitig fremd. Fast durchsichtig und entmaterialisiert – und dennoch sehr präsent.
Die Nähte erinnern an Adern oder Nervenbahnen. Es scheint, als könnten wir in das Innere des Körpers sehen.
Doch gerade dort beginnt die eigentliche Frage:
Erklärt uns der sichtbare Körper tatsächlich, was einen Menschen ausmacht?
Wo befindet sich das, was wir „Ich“ nennen?
Im Gehirn? Im Körper? In unseren Erinnerungen?
Botonds Figur gibt darauf keine Antwort.
Sie führt uns vielmehr vor Augen, wie schwer sich das Menschliche überhaupt fassen lässt.
04
Text zum Nachlesen
Wenn Sie sich im Raum umsehen, begegnen Ihnen weitere Arbeiten aus Botonds Werkgruppe „Hirn“.
Köpfe und gehirnartige Formen tauchen an unterschiedlichen Stellen auf.
Fast wie Satelliten sind sie über den Raum verteilt. Einzelne Objekte – und doch miteinander verbunden.
Botond formt sie ebenfalls aus Polyethylenfolie. Die Schichten werden genäht, verklebt und unter Hitze verschweißt.
Die sichtbaren Nähte erinnern auch hier an feine Adern oder Nervenbahnen.
Der Kopf wird bei Botond damit mehr als eine anatomische Form. Er wird zum Ort einer Suche.
Wir denken an das Gehirn als Speicher unserer Erinnerungen und Erfahrungen. Als Zentrum von Wahrnehmung, Sprache und Gedanken.
Und dennoch bleibt etwas, das sich nicht sichtbar machen lässt.
Wo entsteht unser Bewusstsein? Wo unsere Gefühle? Wo das, was wir als unser eigentliches Ich empfinden?
Barbara Leicht beschreibt Botonds Arbeit als den Versuch, mit künstlerischen Mitteln nach dem „Sitz der Seele“ zu suchen.
Durch die Verteilung der Objekte im Raum entsteht zugleich etwas Netzwerkartiges.
Vielleicht liegt das, was uns ausmacht, eben nicht nur in uns selbst.
Vielleicht entsteht ein Teil unserer Identität auch durch unsere Beziehungen, unsere Erinnerungen und durch das, was wir miteinander teilen.